Alles anzeigenIch verstehe dass die Vorfreude auf das neue Auto riesig ist schließlich wartet man oft monatelang darauf. Aber Aussagen wie „Ich rufe jeden zweiten Tag im Autohaus an“ bringen am Ende niemanden schneller ans Ziel. Die Mitarbeiter dort können die Produktion oder Lieferung leider nicht beschleunigen und stehen selbst oft unter großem Druck.
Man sollte sich bewusst machen: Ein Auto ist etwas Schönes, aber am Ende kein Grund, sich gegenseitig verrückt zu machen. Sobald der Wagen dann vor der Tür steht, gewöhnt man sich ohnehin schneller daran, als man vorher dachte. Die anfängliche Euphorie vergeht meist nach kurzer Zeit und der Alltag kehrt zurück.
Während wir also ungeduldig auf ein Fahrzeug warten, kämpfen andere Menschen draußen mit ganz anderen Sorgen – manche wären einfach nur dankbar für einen weiteren gesunden Tag im Leben. Genau deshalb sollte man manchmal einen Schritt zurückgehen und versuchen, die Dinge etwas gelassener zu sehen.
Der Tag wird kommen, an dem das Auto geliefert wird. Bis dahin bringt Geduld oft mehr Frieden als ständiger Stress. Das macht euch nur verrückt.
Naja, mit den richtigen Themen (Gesundheit, Krieg, Hunger) kann man jedes andere Thema relativieren. Fakt bleibt für mich, daß so ein Auto eben nicht nur "etwas Schönes" ist, sondern auch Gebrauchsgegenstand, das man nicht nur aus Jux und Dallerei bestellt, mit dem man plant, das benötigt wird und in Anbetracht der dahinterstehenden Geldsummen kein Objekt ist, bei dem miese Kommunikation und Lieferverzögerungen klaglos hinzunehmen wäre. Und wenn ich auch etwas pathetisch werden darf: Für Menschen, die sowohl auf das Auto warten also auch "einfach nur dankbar für einen weiteren gesunden Tag im Leben" wären, wäre es schön, wenn ihre bestehenden Sorgen nicht durch das Thema Lieferverzögerung und miserable Kommunikation erweitert werden würden.
Zum Thema Relativierung gibt es auch eine nette Karikatur von Hauck & Bauer, die ich gerade leider nicht finde; daher hier in Textform:
Infostand eines jungen Mannes, über dem Stand ein Schild "Rettet den Weißstorch". Ein älterer Passant kommt vorbei und meint sinngemäß "Schön und gut junger Mann, aber meinen Sie nicht, daß es wichtigere Themen auf der Welt gibt?". Darauf der Junge Mann: "Nicht für den Weißstorch!".