Nach meinem Kenntnisstand ist die SoH-Kurve eine, die anfänglich relativ schnell von 100 auf ca. 95% absinkt und dann relativ lange auf einem Plateau bis hinunter auch ca. 80% bleibt. Dann geht es realtiv rapide abwärts.
Dies habe ich gefunden:
Die AVILOO/P3-Studie: 7.000 Fahrzeuge bis 300.000 km
Die österreichische Batteriediagnostik-Firma AVILOO hat gemeinsam mit der Beratung P3 einen besonderen Datenschatz gehoben: Über 7.000 Fahrzeuge mit Laufleistungen bis zu 300.000 Kilometern.
Die Überraschung: Die realen Felddaten sind besser als die theoretischen Labormodelle vorhergesagt hatten. Bei 100.000 km liegt der durchschnittliche SOH bei etwa 90%. Und dann passiert etwas Interessantes: Die Kurve flacht ab.
Zwischen 200.000 und 300.000 Kilometern bleibt der SOH nahezu stabil bei rund 87%, weit oberhalb der typischen Garantiegrenze von 70-80%.
Die Erklärung: Die SEI-Schicht
Der schnelle Anfangsverlust hat einen einfachen Grund: In den ersten Ladezyklen bildet sich auf der Anode eine sogenannte SEI-Schicht (Solid Electrolyte Interphase). Dabei wird Lithium "verbraucht", was die messbare Kapazität reduziert. Nach etwa 30.000 km stabilisiert sich diese Schicht und die Degradation verlangsamt sich deutlich.
Dies erklärt die schnelle Abnahme am Anfang.
Geotab 2025: Die bisher größte Analyse
Die kanadische Telematik-Firma Geotab hat im Januar 2026 ihre aktualisierte Studie veröffentlicht, auf Basis 22.700 Elektrofahrzeugen, 21 verschiedene Modellen und über mehrere Jahre aggregierte Daten. Das Kernergebnis: Die durchschnittliche Degradation liegt bei 2,3% pro Jahr. Das entspricht nach 8 Jahren einem State of Health (SOH) von etwa 81,6%.
Interessant: 2024 lag der Wert noch bei 1,8% pro Jahr. Die Verschlechterung liegt aber nicht an schlechteren Batterien, sondern daran, dass Fahrer zunehmend auf Schnellladen setzen.
Nach beiden Studien wird der größte SoH Verlust übrigens der kalendarischen Alterung zugeschrieben. Und beide Studien sagen nichts konkretes zu einer Alterung bei einem Ladestand von unter 80 % (die Aviloo-Studie kommt ja fast gar nicht auf diese Werte).
Das Problem ist vermutlich auch, dass wir noch zu wenig reale Werte unter 80% haben. Die sollten ja frühestens nach etwa 8-10 Jahren zu erwarten sein. Vor 10 Jahren war die Zahl der E-Autos noch sehr begrenzt.