Sehe ich auch so. Wenn ICH einen Produktionsengpass hätte (wonach es bei Ford ja inzwischen aussieht), würde ich auch zunächst meine margenstarken Premium-Modelle verscherbeln und meine Brot-und-Butter-Varianten solange es geht in die Warteschleife stellen.
Ja, nachvollziebar wäre es; nur bin ich mir nicht sicher, ob man diese Rechnung tatsächlich so anstellen kann.
Unser gut ausgestatteter Style liegt im Listenpreis 950 € über dem "nackten" Premium. Wir haben zwischen den Einstiegspreisen der Linien dafür an Extras also eine Differenz von 7.000 € "überwunden" und die 950 € kommen dann noch obenauf. Fahrzeug und jeder einzelne, angekreuzte Punkt auf der Ausstattungsliste wirft auch Marge ab. Die prozentuale Marge dürfte beim Premium womöglich sogar geringer sein als beim Style. Absolut wird sie in der Regel aber wohl immer höher sein. Und auch die Rückvergütung pro Fahrzeug dürfte für den Händler höher sein. - für tatsächlich verkaufte Fahrzeuge. Also scheint der Premium tatsächlich erst mal lohnender zu sein. Das Problem: Ich weiß nicht, wieviel Style ich aufgrund der in Aussicht gestellten Wartezeit ich nicht verkauft habe und wie viele von den nicht verkauften Style ein Premium wurden oder ein Wettbewerbsmodell
Die Premiumbesteller - die derzeit "bevorzugt" werden und den Wagen ja bestellten, weil sie ihn entweder so oder so wollten oder weil man nicht so lange auf den Style warten wollte und der Mehrpreis dies rechtfertigte - sollten in ihrer Zahl also dann schon die Zahl derer aufwiegen, die aufgrund dieser Produktionsentscheidung statt den Style zu bestellen oder zum Premium zu wechseln dann doch zum Wettbewerb abwanderten. Und an diesem Punkt, das wäre meine Einschätzung, irrt sich Ford. Die Zahl der vermutlich margestärkeren Premiumbesteller habe ich zwar schwarz auf weiß, die Zahl derer, die den Style nicht bestellten und die geringere Marge durch Masse ausgeglichen hätten kenne ich nicht bzw. kann ich nur vermuten. Natürlich alles nur Vermutungen und Legendenbildung. Aber genau das ist ja das Ergebnis mangelhafter Kommunikation. Eine klare Ansage: "Hey, wir haben Problem den 58-kwh-Akku ranzubekommen" und dann aber die faire Entscheidung diese Akkus, egal ob Style oder Premium, in der Reihenfolge der eingegangenen Bestellungen abzuarbeiten wäre für Ford - denke ich - langfristig gewinnbringender.