Ich zahle lieber 20–30% mehr für die Versicherung, wenn die Leistung auch passt und ich am Ende nicht Mehraufwand habe.
Naja, 20-30% bei einem Fahrzeug mag vertretbar sein. Wir haben in der Familie derzeit 8 wenn der Explorer meiner Frau kommt, 9 Fahrzeuge zu versichern. 4/5 Pkw und 4 Motorräder. Klingt erstmal dekadent, aber da sind auch 1 Auto und 1 Motorrad des Erstgeborenen drin, der inzwischen eigenständig wohnt und zahlt sowie das Auto meiner Mutter, das in der Versicherung aber über mich läuft. Im eigentlichen Haushalt haben wir derzeit 2, im Herbst 3 Autos und 3 Motorräder. Was ich angesichts des ÖPNV in ländlichen Räumen zumindest in Sachen Pkw für nicht unüblich halte, die Motorräder sind aber ebenso weniger Hobby, sondern auch Alltags-, Pendel- und Urlaubsfahrzeuge.
Allein durch eine Mammut-SF-Klassen-Rochade innerhalb der HUK bei der wir auch sonst so gut wie alle Risiken abgesichert haben, konnten wir zu Beginn des Jahres unsere Jahresprämien nur für unseren Haushalt, also 5 Fahrzeuge, innerhalb der HUK um 700 € im Jahr senken. Hierbei bekamen die Fahrzeuge mit ungünstigen Typ-Klassen die besseren SF-Klassen zugewiesen und die mit den besseren Typ-Klassen die niedrigeren/schlechteren SF-Klassen. Da die meisten Fahrzeuge eh auf meine Frau und mich zugelassen sind und das bei der Huk unter Ehepartnern für die Prämie dann irrelevant ist, mussten dafür nichtmal SF-Klassen übertragen werden, es wechselte lediglich der Versicherungsnehmer. Ganz krass war aber, daß meine Mutter (77 Jahre) für ihr Auto mit ihrer SF49 im Jahr bei nur 3.000 km Fahrleistung 200 € teurer war als ich mit der dann von ihr übertragenen SF34, obwohl nachteilig dann ein anderer Halter (meine Mutter) zum Tragen kommt und das Risiko an sich aber gleich bleibt, da ja der Fahrerkreis identisch bleibt. Seit kurzem beugt die Huk dem aber vor und fragt nun auch ab, ob es Fahrer über 70 Jahre gibt. Hatte den Kollegen auch offen gesagt, dass das ziemlich unlogisch sei, was ich hier machen kann, da das Risiko ja identisch bleibt und lediglich das sture Abarbeiten der Checkliste ein günstigeres Ergebnis ermöglicht. Zum Glück haben wir rechtzeitig gewechselt.
Was den Vergleich Europa und Huk angeht. Beide werden in Finanzmagazinen ähnlich gut bewertet und haben in Bewertungsportalen einen mittelmäßigen Ruf. Selbst bin ich mit der Abwicklung bei der Huk unterm Strich auch zufrieden. In jedem Falle zufriedener, als es Nicht-Huk-Versicherte das der Huk unterstellen.
Gewechselt haben wir dann aber, weil, wie gesagt, bei der Europa der ë-C4 bei den SF-30 in HP und VK meiner Frau schon knapp 300 € günstiger war. Wenn dann der Explorer meiner Frau kommt. wird dieser die SF30 übernehmen und der ë-C4 wandert in der Versicherung dann zu mir und bekommt eine ungenutzte, eher schlechte SF-Klasse. SF-11 in der Haftpflicht und SF-4 in der VK. Da liegt der Preis unterschied dann schon bei rund 500 € im Jahr.
Tatsächlich schaue ich bei den Versicherungen auf die Leistungen, bewerte nach meinen Möglichkeiten eventuelle Unterschiede und schaue, ob sie einen Preisunterschied rechtfertigen oder nicht. Wir hatten mit unseren Fahrzeugen bisher auch wohl immer "Glück", dass sie bei der HUK auch immer preiswert zu versichern waren. Das gilt nicht für alle Modelle, wie mal Stichproben mit Fahrzeugen aus dem erweiterten Familienkreis ergaben. Die Huk scheint in den letzten Monaten ihre Strategie ein wenig geändert zu haben. Sie scheinen sich auf die risikoärmeren Brot- und Butterfahrzeuge zu konzentrieren. In diesem Bereich sind sie auch preislich fast unschlagbar, in anderen Segmenten scheinen die Angebote zu sagen: "Ah, geh mal lieber woanders hin"
Mein Erstgeborener hat sich gestern sein neues Motorrad abgeholt. Zuvor fuhr ehr einen Sportler/Tourensportler. Der war inkl. Vollkasko bei der Huk in seiner SF-Klasse für rd. 720 € im Jahr versichert. Das neue Mopped ist ein so genannter Supersportler, kostet beim gewählten Versicherer rd, 810 € im Jahr, bei der HUk wären es bei gleicher Jahresfahrleistung rd. 3010 € im Jahr und bei 1.000 km weniger, was auch gehen würde rd. 2.410 € im Jahr. Von der Differenz kann er sein Auto (auch mit Vollkasko) bei der Huk über mehr 2 Jahre versichern.
Kurzum: 20-30% Aufpreis können, wenn dem wirklich ein tatsächlicher Mehrwert gegenübersteht, bei ein ein zwei Fahrzeugen eine Überlegung wert sein, rechnet man mit dem Fahrzeugbestand der gesamten Familie ist der Preisunterschied dann aber schon enorm.