Für einen 2 Liter Benziner der Euronorm 3/4 zahlte man im Jahr 2000 umgerechnet rund 200 € weniger Steuern als für einen 2 Liter Diesel. Der durchschnittliche Preis für den Liter Diesel lag im Jahr 2000 bei umgerechnet 0,80 €, für Benzin bei 1,02 €. Vereinfachen wir mal und nehmen an, daß die 22 Cent Preisunterschied nur auf die Steuer zurückzuführen wäre; so würde der Fiskus mit 200 € Mehreinnahmen bei der Kfz-Steuer die Mindereinnahmen aus der Mineralölsteuer für rd. 900 Litern Diesel ausgleichen. Im Jahr 2000 lag der Durchschnittsverbrauch bei 2-L-Diesel Mittekklassefahrzeugen bei 6l/100km, das heißt die Mehrkosten bei der Steuer gleichen im Rechenbeispiel den günstigeren Dieselpreis für 15.000 km pro Jahr aus. Für den Fiskus wurde das ganze in meinem Beispiel also erst zum Minusgeschäft, wenn der Dieselfahrer mehr als 900 Liter pro Jahr mehr tankt als der Benzinfahrer. Also wurde da hauptsächlich wirklich nur ausgeglichen und eher weniger gesteuert oder gar ein Anreiz geschaffen. Man hat im Grunde beides für privat auf eine Ebene gestellt. Fürs Gewerbe mit hohen km-Leistungen aber eine Art Förderung geschaffen. Der höhere Kaufpreis hatte damit eher weniger zu tun, möchte ich behaupten. Bei gleicher Besteuerung der Kraftstoffe, wären auch die Preisschilder andere gewesen; ist ja immerhin ein Markt und nicht VEB Autokauf. Allerdings wäre dann der Grund für eine erhöhte KfZ-Steuer beim Diesel entfallen und der Staat hätte vermutlich weniger eingenommen, als er es mit dem tatsächlichen Modell tat.