Die physikalischen Grundbedingungen zwischen einem Haus und einem Auto sind weit voneinander entfernt. Das Haus sollte für einen effizienten Betrieb einer Wärmepumpe gut gedämmt sein. Im Haus soll eine möglichst gleichmäßige Temperatur vorherrschen. Im Haus sind die Nutzer weniger angezogen. Eine dauerhafte Beheizung stellt sicher, dass die Außenwände sich innen erwärmen und damit die Wärmeabstrahlung des Menschen, die vom Delta zu den ihm umgebenden Umfassungsflächen abhängt, gering ist. Eine solche Umgebung wird als angenehm empfunden. Das Heizgerät dafür ist egal, eine Wärmepumpe kommt dafür in Frage, wenn diese richtig berechnet ist.
Ganz anders im Auto, das ist sehr schlecht wärmegedämmt! Man spricht (unabhängig von der Automarke) vom Barackenklima.
Heizung aus: kalt, Heizung an: warm. Keine Wärmepeicherung. Hier sind die Nutzer aber wärmer angezogen, die Grundwärme zum Überleben bringen wir also mit ins Auto. Wir freuen uns im Auto über einen warmen Luftstrom auf die kälteempfindlichsten Stellen und sind damit schon sehr zufrieden. Die Wirkung einer Autoheizung ist ganz gut mit einem Heizpilz an der Glühweinbude zu vergleichen. Eine Wärmepumpe ist dafür nicht gut geeignet. Die Effektivität wird immer geringer, je größer das Delta der zu pumpenden Temperatur beträgt. Deshalb kommt zunächst auch die PTC Heizung zum Einsatz, damit der Nutzer nicht ungeduldig wird. Der effizienteste Betrieb ist eine möglichst geringe Solltemperatur verbunden mit Sitz und Lenkrad Heizung und angemessener Bekleidung.
Aus meiner Perspektive ist die WP im Auto eine reine Marketing Maßnahme: haben die Marktbegleiter im Angebot, müssen wir auch anbieten.